Wie viele Hemden braucht ein Mann?

Es ist kein Geheimnis, dass viele Männer nicht gerne einkaufen gehen. Die Auswahl ist mittlerweile so groß, dass die Unsicherheit zunimmt: Brauche ich einen Logo-Pullover? Bunte Socken? Mehr Businesshemden? Wo soll ich anfangen?! Doch keine Sorge, Stefanie Diller, Stilberaterin aus Hamburg, hat die Antwort: mit einer gepflegten Basisgarderobe. Hochwertige Kleidungsstücke, die keine Kopfschmerzen verursachen und Sie stilvoll durch die ganze Woche bringen.

Wie oft muss man einkaufen gehen?

Es empfiehlt sich, den Kleiderschrank zweimal im Jahr zu überprüfen: Ist meine Kleidung noch in Ordnung? Passt sie noch? Sind die Schnitte noch modern? Alles, was den Test nicht besteht, fliegt raus – vor allem vergraute weiße T-Shirts, löchrige Socken und Hemden mit abgestoßenen Krägen. Bei Anzügen gilt die Vierjahresregel: In diesem Intervall ändern sich die Passformen und Schnitte. Eine gute Jeans hingegen kann man auch vier Jahre lang tragen, solange die Tasche hinten nicht ausbeult und die Saumkanten nicht abgestoßen sind.

Es lohnt sich, Zeit in diese Bestandsaufnahme zu investieren. Es ist auch völlig in Ordnung, sich professionelle Hilfe zu holen, um das in maximal zwei Stunden zu schaffen. Nach der Inventur können Sie neue Basics einkaufen. Einmal im Jahr ist das durchaus empfehlenswert. Noch ein Tipp: Wenn Sie etwas oft tragen, sollten Sie es auch in anderen Farben besitzen.

Wovon sollte man wie viel besitzen?

Wenn Sie Anzüge im Büro tragen, benötigen Sie natürlich drei bis vier davon und passende Krawatten. Für alle, die in einer legeren Arbeitsumgebung tätig sind, habe ich eine Basisgarderobe zusammengestellt, die auch als Einkaufsliste verwendet werden kann:

  • Fünf T-Shirts in Weiß, Grau, Blau und Schwarz.
  • Zwei Poloshirts, eines in Grau, das andere zum Beispiel in Mint oder Hellblau.
  • Zwei farbige Pullover in Mittelblau, Rot oder Grün (Dunkelblau und Schwarz lassen sich schwer zu dunklen Hosen kombinieren).
  • Mindestens vier Hemden, eines in Weiß, eines in Grau, eines in Blau, Streifen oder Karo.
  • Mindestens ein Sakko, am besten anthrazitfarben.
  • Zwei Jeans mit geradem Schnitt, eine in Indigoblau, eine in Schwarz.
  • Zwei Chinos, eine in Dunkelblau, eine in Cognacbraun.
  • Ein Paar braune Glattlederschuhe (Brogues), zwei Paar Sneaker, eines in Weiß, eines in Schwarz, ein Paar Clarks (Wildlederboots zum Schnüren) oder Chelseaboots.
  • Ein dunkelblauer Kurzmantel oder ein beiger Trenchcoat für die wärmeren Monate.
  • Ein Blouson oder Parka in Blau für die Übergangszeit.
  • Eine Winterjacke, zum Beispiel eine Daunenjacke oder ein Wintermantel (sollten so lang sein, dass sie das Sakko darunter bedecken).
  • Sieben Paar Socken in Schwarz, Blau und Braun, sowie sieben Unterhosen.
  • Ein grauer Schal, eine dunkelblaue Beanie, ein paar schlichte, schwarze Lederhandschuhe, ein brauner Gürtel passend zu den Brogues und ein schwarzer Gürtel für schwarze Schuhe.
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Einstecktücher sind kein Muss, aber ein schönes Extra. Am besten zwei davon: Eines mit braunen und blauen Anteilen, das kleiner gemustert ist und zu den braunen Lederschuhen passt, und als Klassiker eines in Weiß – passt super zu weißen Hemden und Sakkos. Die Basisgarderobe kann noch um Stücke ergänzt werden, die die eigene Persönlichkeit unterstreichen. Eine Stilberatung kann hier viel Inspiration liefern.

Was sollte das alles kosten?

Für Laien ist es sehr schwer, gute von schlechter Qualität zu unterscheiden. Einige Tipps gibt es auf meinem Blog, zum Beispiel dass man immer das Materialzettelchen lesen sollte. Hoher Anteil von Naturfasern wie Wolle, Leinen, Seide oder Baumwolle deutet auf gute Qualität hin.

Außerdem können Sie Ihren Sinnen vertrauen und den Geruchstest machen. Riecht ein Wollpullover nach Reißwolf und etwas muffig, ist er wahrscheinlich aus Resten zusammengesetzt. Reiben Sie Wollstoffe für etwa zehn Sekunden mit Druck aneinander – entstehen dabei „Pilling“-Kügelchen, werden Sie an diesem Stück keine lange Freude haben.

Wenn Sie Kleidung kaufen möchten, von der Sie erwarten, dass sie mehrere Jahre hält, können Sie sich an diesen Preisen orientieren: Gute, schlichte T-Shirts gibt es ab 30 Euro. Bei billigeren Exemplaren verdrehen sich oft nach drei Wäschen die Nähte und die Kanten dehnen sich aus.

Qualitativ hochwertige Hemden beginnen bei etwa 60 Euro. Bei bügelfreien Hemden sollten Männer, die leicht schwitzen, vorsichtig sein, da die chemische Beschichtung der Baumwolle nicht für sie geeignet ist. Für Pullover, die länger als zwei Jahre gut aussehen sollen, lohnt es sich, 130 Euro zu investieren. Ein Sakko sollte mindestens 150 Euro kosten. Chinos und Jeans kosten etwa 80 Euro, auch Sneaker gibt es in dieser Preisklasse. Gute Lederschuhe sind teurer und kosten meistens mehr als 180 Euro.

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Und morgens vorm Schrank?

Wenn Sie eine solide Garderobe haben, geht das Anziehen schnell. Vorausgesetzt, Sie sortieren Ihren Schrank entsprechend: Hängen Sie Teile, die gut miteinander kombinierbar sind, direkt hintereinander auf – zum Beispiel das Sakko zu den Hemden und Hosen, mit denen es funktioniert. So können Sie morgens im Dunkeln, wenn Sie in Eile sind, sogar blind in den Schrank greifen.

Eine geordnete Garderobe bedeutet auch, dass gleiche Farben beieinander liegen: weiße T-Shirts zu weißen T-Shirts, dunkle Pullover zu dunklen Pullovern. T-Shirts, Jeans und Pullover sollten liegen, während Stoffhosen, Sakkos und Hemden immer auf Bügeln hängen sollten. Verwenden Sie jedoch keine Drahtbügel, die Sie in der Wäscherei bekommen – sie können Löcher in die Ärmel bohren. Ideal sind Holzbügel, aber auch schmale Plastikbügel sind in Ordnung.

Damit es keine Farb-Fauxpas gibt: Kombinieren Sie niemals Farben, die sich im Farbkreis gegenüberstehen, wie Rot und Grün oder Blau und Gelb. Es hilft auch sehr, sich das Outfit als Schwarz-Weiß-Foto vorzustellen: Auf diese Weise erkennen Sie schnell, ob helle und dunkle Töne ausgewogen sind. Wer es einfacher haben möchte, kauft alles in Basisfarben wie Weiß, Grau, Blau und Schwarz – sie passen immer zueinander.

Es lohnt sich übrigens, Stefanie Diller bei Pinterest zu folgen. Dort findet man Outfit-Ideen, die Männer (und Frauen) einfach nachstylen können. Weitere Informationen zur Stil- und Imageberatung finden Sie hier.

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