Wie viele Kleider hat die Queen?

Die Kleidung einer Frau kann viel über ihren Charakter verraten. In diesem Sinne gibt Queen Elizabeth II derzeit seltene Einblicke in ihre Persönlichkeit. Genau 80 Abendroben der britischen Königin werden seit Mittwoch im Buckingham-Palast ausgestellt. Diese Kleider spannen ein Six-Jahrzehnte umfassendes Spektrum und zeigen die Entwicklung der Queen von einer schlanken jungen Frau zu einer 80-jährigen Dame.

Die Ausstellung hat bereits am Mittwochmorgen viele Besucher angelockt. Schon vor der Öffnung der Tore standen Menschen Schlange, um Tickets für eine Palastbesichtigung zu ergattern. Denn wer die Kleider und einige der schönsten Diamantschmuckstücke der Königin bewundern möchte, muss eine Eintrittskarte erwerben. Der Preis beträgt stolze 14 Pfund, das sind etwa 20 Euro.

Glitzer, Glitter, Glimmer

Selbst für diejenigen, die bereits die beeindruckenden Palastsäle besichtigt haben, lohnt sich die Investition. Denn nach dem Durchwandern zahlreicher Gemächer und Gänge gelangt man endlich in einen Raum, in dem die Roben anlässlich des 80. Geburtstags der Queen im April ausgestellt werden. Bereits der erste Eindruck ist atemberaubend: Überall glitzert und glimmert es – das Funkeln der Kleider lässt den Raum sogar heller erscheinen als die gnadenlose Sonne London’s draußen vor den Fenstern.

Fast alle Kleider sind mit zahlreichen Perlen, Stickereien, Gold und Silber verziert. Zu jedem Ausstellungsstück gibt es genaue Angaben dazu, wann und wo die Queen es getragen hat. Die Abendkleider sind nach Farben geordnet. Schnell wird klar, dass die Queen schon immer pastellfarbene Töne bevorzugt hat. Neben der Abteilung mit weiß-beigefarbenen Kleidern gibt es vor allem hellblaue, blassgrüne und natürlich rosa Kleider zu bewundern.

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Die große Veränderliche: die Größe

Auch lässt sich erkennen, dass die Königin nicht besonders modisch war. Stattdessen pflegte sie stets ihren eigenen, eher konservativen Stil. So unterscheiden sich beispielsweise das hellblaue Seidenkleid, das sie bei ihrem Besuch in Jamaika im Jahr 2002 trug, nur wenig von dem Haute-Couture-Kleid, das sie bei einer Reise nach Südamerika im Jahr 1968 trug.

Allerdings ist im Laufe der Jahrzehnte eine Veränderung deutlich sichtbar: die Kleidergröße. Als junge Frau hatte Elizabeth eine beeindruckende Wespentaille und trug höchstens Größe 36. Im Laufe der Zeit hat sie nicht nur an Lebensjahren, sondern auch an Gewicht zugelegt. Besonders deutlich wird dies bei dem rosa Glitzerkleid, das sie vor drei Jahren für das offizielle Foto ihres 50-jährigen Thronjubiläums trug. Angela Kelly, die persönliche Stilberaterin der Queen, macht jedoch keinen großen Wirbel darum: „Sie ist eben eine typische Frau. Das Gewicht schwankt – wie bei uns allen.“

Prunkstück: Ein Abendmantel von Hartnell

Das absolute Highlight der Ausstellung stammt aus dem Jahr 1972: ein pelzbesetzter Abendmantel vom Lieblingsdesigner der Königin, dem mittlerweile verstorbenen Norman Hartnell. Er hat den langen Mantel speziell für einen Besuch in Frankreich entworfen und ihn mit silbernen Fäden versehen. Zusätzlich wurden unzählige goldene und silberne Perlen eingestickt, sodass das Kleidungsstück wie ein Hochzeitskleid wirkt.

Das Brautkleid, das Elizabeth II. bei ihrer Hochzeit mit Prinz Philip im November 1947 trug, ist hingegen nicht in der Ausstellung zu sehen. Der Hofangestellte John Arthur hat dazu jedoch eine logische Vermutung: „Sie wollen es wahrscheinlich für einen noch besseren Anlass aufheben.“ Für diejenigen, die nicht informiert sind, fügt er hinzu: „Nächstes Jahr ist schließlich ihr 60. Hochzeitstag – da werden sie das Kleid sicherlich zeigen.“

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