Die Geheimnisse des Ankleidens im OP

Wenn wir uns in den sozialen Medien umsehen, stoßen wir oft auf Fragen wie „Muss ich mich im OP wirklich komplett entkleiden?“, „Muss ich meinen BH und meine Unterwäsche ausziehen?“ oder „Werde ich im OP nackt von Männern oder Frauen gesehen?“. Als Insider möchte ich diese Fragen für euch beantworten.

Ist man als Patient im OP wirklich komplett nackt?

Als Patient im OP ist es tatsächlich nicht erlaubt, eigene Kleidung zu tragen. Weder Socken, noch BH oder Unterhose. Komplett nackt müsst ihr jedoch nie sein! Auf der Station erhaltet ihr ein OP-Hemdchen und ein luftiges Netzhöschen. Das Hemd dient meistens nur dem Transport, damit ihr euch nicht völlig nackt fühlt. Sobald ihr auf den OP-Tisch gelegt werdet, erhaltet ihr warme Decken und Tücher, im Austausch gegen euer Hemd.

Warum darf ich mein Hemd nicht anbehalten, obwohl es von der Station kommt und sauber ist?

Grundsätzlich ist alles, was nicht direkt aus dem OP stammt, eine potenzielle Keimquelle. Daher müssen auch wir Mitarbeiter spezielle OP-Kleidung tragen und uns bei Kontamination umziehen. In unserer grünen Kleidung dürfen wir auch nicht im Krankenhaus herumlaufen. Sollte dies doch einmal nötig sein, müssen wir uns natürlich vor Betreten des OP-Bereichs umziehen (außer in Notfallsituationen).

Das Patientenhemd enthält zwar wahrscheinlich nur wenige Keimquellen, jedoch könnte jede Möglichkeit zu Komplikationen während der Operation führen. Unsere oberste Priorität ist die bestmögliche Versorgung unserer Patienten im OP. Aus diesem Grund ist es auch nicht erlaubt, private Kleidung mit in den OP zu nehmen. Bei kleinen, ambulanten Eingriffen, bei denen die Dauer der OP nicht so lange ist, gibt es Ausnahmen. Zum Beispiel kann man bei einer kleinen Handoperation seine Socken und eventuell auch die Unterhose, oder sogar das Patientenhemd anbehalten. Es wäre jedoch besser, darauf zu verzichten.

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Grundsätzlich achten wir immer darauf, die Privatsphäre unserer Patienten zu wahren und sie so wenig wie möglich entblößt im OP liegen zu lassen. Stellt euch einfach einmal in die Lage eines Patienten im OP – ihr würdet es genauso wollen.

Können mich auch Männer oder Frauen nackt sehen?

Im OP arbeiten Männer und Frauen Hand in Hand zusammen. Natürlich sehe ich als weibliche Mitarbeiterin auch meine männlichen Patienten nackt und umgekehrt sehen männliche Kollegen auch weibliche Patienten nackt. Aber wir gehen damit ganz professionell um. Für uns gehört es zum ganz normalen Arbeitsalltag, dass wir unsere Patienten auch ohne Kleidung sehen. Egal ob Mann, Frau, jung oder alt. Wir machen dabei keine Unterschiede und starren auch nicht unnötig auf sensible Bereiche. Bei Operationen in diesen Regionen müssen wir natürlich genau hinschauen. Ansonsten wird alles zugedeckt, was für die Operation nicht relevant ist.

Was sollte ich als Patient beachten?

Kannst du als Patient im OP etwas dazu beitragen, um sicherzustellen, dass die OP nicht unnötig verzögert wird? Ja, das kannst du!

Vorab: Wenn du als ambulanter Patient in den OP kommst, kann es sein, dass du selbst den Weg von der Station zu uns finden musst. Gib der jeweiligen Station unbedingt Bescheid, wenn du auf dem Weg zu uns bist. Bei stationären Patienten ist es ebenfalls wichtig, den Pflegekräften Bescheid zu geben, wenn du am OP-Tag zum Beispiel morgens noch etwas Bewegung brauchst.


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