Wo Walbusch seine Hemden produziert

Text von Dona Kujacinski Fotos von Dirk Bruniecki

Kaum ein Sprichwort wird so oft zitiert wie „Kleider machen Leute“. Für Thomas Busch, 81, und seinen Sohn Christian Busch, 47, ist diese Aussage jedoch nicht nur ein Sprichwort, sondern eine Selbstverständlichkeit. Die beiden führen in zweiter und dritter Generation das Modeunternehmen Walbusch in Solingen. Während Thomas Busch dem Unternehmen als Beirat zur Seite steht, leitet Christian Busch als Vorsitzender der Geschäftsführung die Geschicke des Unternehmens. Bei einem Interview in der Konzernzentrale tragen Vater und Sohn perfekt sitzende Anzüge und Hosen in Blautönen, kombiniert mit pastellfarbenen Hemden. Keine Krawatten.

Die Kunst des Knopfannähens

Gekonntes Knopfannähen ist eine Fähigkeit, die beide Herren beherrschen. Aber bei den Hemden von Walbusch sind die Knöpfe so gut angenäht, dass solche Probleme nicht entstehen. Es ist schon eine Weile her, dass Christian Busch überhaupt einen Knopf annähen musste. Dank seiner Mutter konnte er bereits frühzeitig selbstständig im Haushalt agieren. So erhielten er und sein Bruder vor dem Auszug aus dem Elternhaus sogar ein Bügeleisen geschenkt. Während seiner Zeit als Banklehrling musste er oft beweisen, dass er nicht nur die Vorderseite und den Kragen seiner Hemden bügelte, sondern das gesamte Hemd.

Thomas Busch hingegen erinnert sich an seine Studienzeit in Nürnberg, als er seine Walbusch-Nyltesthemden mit Ata im Spülbecken wusch und sie über der Ofenheizung trocknete. Damals gab es noch kein Bad in seiner Wohnung. Trotz dieser Strapazen haben die Hemden die Zeit gut überstanden.

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Nachhaltigkeit und Qualität

Bei Walbusch steht Strapazierfähigkeit und Qualität im Vordergrund. Das Unternehmen bezieht seine Ware nicht nur aus Asien, sondern auch aus europäischen Ländern wie Deutschland. Christian Busch betont die Bedeutung von Importen für eine Exportnation wie Deutschland. Dabei spielt auch die Tragedauer von Textilien eine wichtige Rolle. In den letzten zehn Jahren hat sich die Tragedauer von Kleidungsstücken halbiert, was auch auf die billige Produktion in Asien zurückzuführen ist.

Aber ist „Made in Germany“ für Walbusch kein Thema? Christian Busch erklärt, dass sie gerade an einem Konzept arbeiten, um Kleidung in Deutschland herzustellen. Allerdings müssen sie aufgrund der hohen Lohnkosten aufpassen, dass die Preise nicht zu hoch werden. Ein Walbusch-Hemd würde dann beispielsweise mindestens 100 Euro kosten. Um den Kunden von der Qualität und Nachhaltigkeit zu überzeugen, setzen sie verstärkt auf ihren Qualitätsanspruch und die Fünfjahresgarantie, die für das gesamte Sortiment gilt.

Qualität und Vermögen

Die Diskussion um Qualität und Vermögen ist bei Walbusch ein wichtiges Thema. Christian Busch ist davon überzeugt, dass Qualität sich immer durchsetzen wird, unabhängig vom Vermögen. Er betont auch die Verantwortung der Verbraucher, die durch ihre Kaufentscheidungen die Nachhaltigkeit unterstützen können.

Thomas Busch hingegen erinnert sich an die Zeiten, als der Spruch „Ich kann es mir nicht leisten, billig zu kaufen“ noch galt. Heutzutage kaufen jedoch viele Menschen trotz ihrer Befürwortung von Umweltbewusstsein und Menschenrechten billige Kleidung, weil sie gerade im Trend liegt. Dabei spielt das Einkommen keine Rolle.

Die Geschichte von Walbusch

Die Firma Walbusch wurde 1934 von Walter Busch als Versandhandel in Solingen gegründet. In den 1950er Jahren führte er bügelfreie Nyltesthemden in den Katalog ein. 1963 kam das Hemd mit dem kragenlosen Kragen hinzu, das bis heute das Markenzeichen des Unternehmens ist. Nach dem Tod von Walter Busch im Jahr 1973 übernahm sein Sohn Thomas Busch die Geschäftsführung und baute das Unternehmen zu seiner heutigen Größe aus. Im Jahr 2008 übergab Thomas Busch den Vorsitz der Geschäftsführung an seinen Sohn Christian Busch. Sein älterer Sohn Mathias machte sich in Hamburg mit einer eigenen Firma selbstständig.

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Die Bedeutung von Vertrauen

Im Familienunternehmen Walbusch spielt Vertrauen eine entscheidende Rolle. Christian Busch betont, dass er das Vertrauen seines Vaters spürt und sich deshalb offen über alles, was ihn im Unternehmen bewegt, austauschen kann. Es gibt nichts zu verheimlichen.

Thomas Busch ergänzt, dass Aufrichtigkeit und Offenheit im Umgang miteinander das Vertrauen von selbst entstehen lassen. Er ist stolz darauf, dass Christian ihn immer offen anspricht, auch wenn sie unterschiedlicher Meinung sind. Für Thomas Busch ist es wichtig, dass sein Sohn die Führung des Unternehmens übernommen hat und dass er gemeinsam mit den anderen Geschäftsführern das Unternehmen leitet.

Ein starkes Vater-Sohn-Verhältnis

Das Verhältnis zwischen Thomas und Christian Busch ist heute wieder gut. Sie tauschen sich regelmäßig aus und schätzen die offene Kommunikation. Thomas bewundert die Neugier und den Humor seines Sohnes, während Christian die Hartnäckigkeit und den Erfolg seines Vaters bewundert.

Abschließend sind sich Vater und Sohn einig: Weiße Socken mit Sandalen werden sie niemals tragen.

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