Die Geheimnisse unserer Kleidung

Viele von uns lieben Kleidung und folgen gerne den aktuellen Modetrends. Doch hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, woher unsere Kleidung eigentlich kommt? Die Herstellung von Kleidung ist oft mit unfairem Handel, unmenschlichen Arbeitsbedingungen und Umweltproblemen verbunden. Es ist daher wichtig, sich darüber zu informieren, wie unsere Kleidung produziert wird und was sich hinter dem Handel mit Textilwaren verbirgt.

Die Herkunft der Materialien

Die meisten unserer Kleidungsstücke bestehen hauptsächlich aus Baumwolle. Diese stammt größtenteils aus dem sogenannten „Baumwollgürtel“, der sich von den tropischen und subtropischen Gebieten in Mittelamerika und Asien erstreckt. Der Anbau von Baumwolle ist sowohl für Bauern in den USA als auch für Kleinbauern in Indien, China und afrikanischen Ländern eine wichtige Einnahmequelle.

Viele der Baumwollfarmer in ärmeren Ländern sind jedoch von unfairem Handel betroffen. Sie müssen mit den subventionierten Baumwolllieferanten aus den USA und der EU konkurrieren, während sie selbst keine Unterstützung erhalten. Dies führt zu Arbeitslosigkeit, hoher Verschuldung und extremer Armut. In der Textilindustrie werden auch oft Kinder für die Herstellung von Kleidung eingesetzt, insbesondere in armen asiatischen Ländern.

Umweltprobleme und unfaire Arbeitsbedingungen

Die Herstellung von Kleidung hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt. Der übermäßige Einsatz von Pestiziden und chemischen Pflanzenschutzmitteln auf Baumwollplantagen führt zu Vergiftungen und sogar Todesfällen bei Arbeitern. Diese giftigen Substanzen gelangen auch ins Grundwasser und verursachen Krankheiten in der Bevölkerung.

Der Anbau von Baumwolle als Monokultur führt außerdem zur Abnutzung der Böden und zur Vernichtung anderer Arten. Zudem trägt der massive Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln zur globalen Erwärmung bei. Eine weitere problematische Entwicklung ist der Einsatz von gentechnisch veränderter Baumwolle. Obwohl sie anfangs als Lösung für Schädlingsbekämpfung und höhere Erträge angepriesen wurde, hat sich gezeigt, dass diese genetisch veränderte Baumwolle auch negative Folgen für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen hat.

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Fairer Handel und Bio-Anbau

Um den fairen, umweltschonenden und gesunden Handel zu fördern, wurden Auszeichnungen und Richtlinien für Bio-Baumwolle und fair gehandelte Kleidung eingeführt. Beim bio-zertifizierten Anbau geht es darum, ein ausgeglichenes Ökosystem zu schaffen und schädliche Chemikalien zu vermeiden. Fair gehandelte Kleidung gewährleistet faire Löhne, den Verzicht auf Kinderarbeit und demokratisch bestimmte Projekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Arbeiter.

Es ist wichtig, sich zu informieren und bewusste Kaufentscheidungen zu treffen. Leider ist die Auswahl an ökologischer und fair gehandelter Kleidung in herkömmlichen Geschäften begrenzt. Es gibt jedoch Alternativen wie Second-Hand-Ware oder Online-Shops, die eine große Auswahl an fair gehandelter Kleidung bieten.

Wenn wir uns bewusst für fair gehandelte und ökologische Kleidung entscheiden, können wir einen positiven Beitrag leisten und die Bedingungen für die Menschen in der Textilindustrie verbessern. Der erste Schritt ist, sich zu informieren und dann die richtigen Entscheidungen zu treffen. Gemeinsam können wir eine Veränderung bewirken!


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