Kleidung spricht Bände: Die Macht der Kleider

Nürnberg – Jeder von uns hat sicherlich schon einmal den Spruch „Kleider machen Leute“ gehört. Aber woher stammt dieser Ausdruck eigentlich und was bedeutet er genau?

„Kleider machen Leute“ ist ein Sprichwort, das eine große Bedeutung für uns hat. Der erste Eindruck, den wir von einer Person gewinnen, hängt oft stark von ihrer Kleidung ab. So werden Menschen anfangs häufig nach ihrem äußeren Erscheinungsbild beurteilt. Dies bedeutet, dass die Art und Weise, wie eine Person gekleidet ist, einen großen Einfluss auf ihre Wahrnehmung hat. Was sollten wir also über das Sprichwort „Kleider machen Leute“ wissen?

Was bedeutet das Sprichwort „Kleider machen Leute“?

Die Wahl unserer Kleidung sagt viel über unsere Persönlichkeit aus. Vor allem bei wichtigen Anlässen wie Vorstellungsgesprächen ist angemessene Kleidung von großer Bedeutung. Menschen lassen sich oft von der Kleidung ihres Gegenübers beeinflussen. Bei einem Vorstellungsgespräch verleiht zum Beispiel ein Businessanzug oder ein elegantes Kleid der Bewerberin ein seriöses und kompetentes Auftreten.

Gepflegte Kleidung fördert Ansehen und Sympathie. In einigen Berufen gibt es sogar eine bestimmte Kleiderordnung. Bankangestellte tragen zum Beispiel häufig Anzug und Krawatte. In handwerklichen Berufen wäre die gleiche Kleiderordnung jedoch unangemessen.

Die Herkunft von „Kleider machen Leute“

Das Sprichwort „Kleider machen Leute“ tauchte erstmals in Büchern des 16. Jahrhunderts auf. Bereits die Römer verwendeten den lateinischen Ausdruck „Vestis virum reddit“, was dasselbe bedeutet. Dieses Sprichwort verdeutlichte eine römische Verhaltensregel des Rhetorik-Lehrers Quintilian. Es war eine Mahnung, Erfolg oder Wohlstand nicht durch eine entsprechende Kleidung vorzutäuschen.

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„Kleider machen Leute“ ist auch der Titel einer bekannten Novelle des Schweizer Dichters Gottfried Keller. Diese erschien im Jahr 1874 in seinem Werk „Die Leute von Seldwyla“. Die Geschichte handelt von einem Schneidergesellen namens Wenzel Strapinski. Trotz seiner Armut kleidet er sich außergewöhnlich gut. In der fremden Stadt Goldach wird er aufgrund seines Erscheinungsbildes für einen polnischen Grafen gehalten. Strapinski ist zu schüchtern, um die Verwechslung aufzuklären, und erwägt sogar eine Flucht.

Dann trifft er auf die Tochter des Amtsrates und die beiden verlieben sich. Strapinski spielt weiterhin die Rolle des Grafen, da es zu spät für eine Offenbarung ist. Ein Nebenbuhler wird neidisch und sorgt für die Entlarvung des Hochstaplers. Auf der Verlobungsfeier kommt es zu einem skandalösen Ereignis. Der Schneidergeselle möchte erneut fliehen, aber seine Braut findet ihn und stellt ihn zur Rede. Als sie merkt, dass ihre Liebe echt ist, entscheidet sie sich für ihn und die Hochzeit findet dennoch statt. Mit ihrem Vermögen gründet Strapinski sein eigenes Atelier, was ihm Ansehen und Wohlstand verschafft. Kleider machen eben doch Leute.

Diese Novelle verdeutlicht, wie leicht man sich von einem äußeren Erscheinungsbild täuschen lassen kann. Betrüger sind auch heute noch in der Lage, durch ihr Erscheinungsbild das Vertrauen anderer zu gewinnen und daraus Vorteile zu ziehen. Die Geschichte des „Tinder-Schwindlers“ ist nur ein weiteres Beispiel von vielen, bei denen Kleider Leute machen oder über die Herkunft täuschen.

Gibt es ähnliche Sprichwörter wie „Kleider machen Leute“?

Es gibt viele Sprichwörter, die eine ähnliche Bedeutung haben – sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch.

  • „Affen bleiben Affen, auch wenn man sie in Samt kleidet.“
  • „Fine feathers make fine birds.“ (schöne Federn machen schöne Vögel)
  • „Clothes make the man.“ (Kleidung macht den Mann)
  • „Grobe Tücher geben keine feinen Kleider.“
  • „Ehrt eure Kleider, sie ehren euch wieder.“
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Andere bekannte Sprichwörter

Es gibt noch weitere bekannte Sprichwörter, wie zum Beispiel:

  • Gut Ding will Weile haben.
  • Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
  • Hochmut kommt vor dem Fall.
  • Morgenstund hat Gold im Mund.
  • Alle Wege führen nach Rom.

Kleidung kann also einen großen Einfluss auf unsere Wahrnehmung haben. Das Sprichwort „Kleider machen Leute“ erinnert uns daran, wie wichtig es ist, den richtigen Eindruck zu hinterlassen. Also wähle deine Kleidung mit Bedacht und sei bereit, die Welt zu beeindrucken!

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